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Jesus von Texas

Nachdem mein letzter Buchkauf ja in die Hose ging, traute ich mich eigentlich schon nicht mehr ein neues Buch zu kaufen. Doch von dem Titel und der Kurzzusammenfassung war ich mal wieder interessiert, und kaufte mir schließlich “Jesus von Texas” von “dbc pierre“. Das Buch hat sogar den wichtigsten britischen Literaturpreis, den “Booker Prize” im Jahr 2003 gewonnen.

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Diesmal wurde ich jedoch nicht enttäuscht.

Vernon Little sitzt im städtischen Gefängnis von Martirio, der »Barbecuesaucen-Hauptstadt von Texas«. Er hat ein ernsthaftes Problem: Sein Kumpel Jesus hat soeben 16 Klassenkameraden ins Jenseits befördert und sich dann selbst erschossen. Auf Vernon, seinen einzigen Freund, konzentrieren sich nun die Rachegelüste der Stadt und die Sensationsgier der Medien. DBC Pierres Debütroman ist mehr als eine Spritztour durch die Welt populärer Kultur – seine literarischen Referenzen finden sich in den amerikanischen Klassikern. Die Fülle an peinigender Ungerechtigkeit, die Vernon widerfährt, erinnert an den »Fänger im Roggen«, und die Unschuld eines Huck Finn wird ebenso zitiert wie die komische Larmoyanz eines Portnoy von Philip Roth. Auf der Oberfläche ist »Jesus von Texas« ein Roman, der die Sprachblasen einer hysterischen Medienwelt und den Plüschkosmos der Homeshopping-Kanäle parodiert. Doch hinter der grellbunten Kulisse des Geschehens lauert das Dämonische. Vernon ist der einzige, der es sieht und mit schockierender Lakonie benennt. Nicht er ist ein Killer, sondern er ist umgeben von Mördern und Brandstiftern; nicht er ist das verkommene Subjekt, als das ihn alle diffamieren, sondern er ist der einzig Unschuldige inmitten einer verdorbenen Welt, die ihn gekreuzigt sehen möchte. »Jesus von Texas« ist ein hellwacher Gesellschaftsroman von perfider und unversöhnlicher Klarheit, der in England und den USA für Aufsehen gesorgt hat, weil er die von Michael Moore (»Bowling for Columbine«, »Stupid White Men«) geäußerte Kritik literarisch überzeugend weiterführt.

So liest sich die Kurzbeschreibung des Buches. Und damit sind die wichtigsten Punkte auch schon genannt! Geschrieben in einer leicht vulgären, jugendlichen Art war das Buch wirklich fesselnd. Stellenweise sind die beschriebenen Charaktere bzw. Situationen wirklich schokierend – nicht deshalb weil es ein Buch ist in dem maßlos übertrieben wird, sondern eher weil es sehr nahe an der Realität ist. Wer sich etwas gesellschaftskritisch mit den U.S.A. beschäftigt, dem wird auffallen das die Naivität mancher Personen aus dem Buch ein reales Gesellschaftsbild widerspiegeln.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach uneingeschränkt empfehlenswert für alle die gerne lesen, und besonders für die, die kritische Texte mögen.

Letzte Tage, jetzt

“Letzte Tage, jetzt” ist ein Buch geschrieben von Jan Drees.
Durch Zufall hörte ich eines Abends eine Lesepassage aus diesem Buch bei der Hörzeit auf Das Ding. Eigentlich war der Schreibstil des Autors der Grund für mich das Buch für 3€ gebraucht bei Amazon zu bestellen.

Auf dem Rücken des Buches liest es sich:

Sie liebt ihren Freund Nebil atemlos. Mit Nebil ist alles wunderbar, liebtrunken ein Bald, ein Später, ein Irgendwann abzutasten. Doch die große Liebe verblaßt, entwickelt sich zum Irrtum zugunsten abgenutzer Zärtlichkeiten. Sex ist bald nur noch Ersatz für verschwiegene Worte, und alle Lust verfliegt, Nebil den Rücken zu zerkratzen. Was bleibt: die Ahnung, diesen Sommer packen wir nicht, niemals. Und die Gewißheit, nichts dagegen tun zu können. Weil nur das eine Leben exisitiert.

Das lässt eigentlich darauf schließen, dass man beim Lesen des Buches, das aus der Sicht des Mädchens geschrieben ist, von der Situation in der Beziehung etwas mitbekommt. Ich dachte man erfährt die Gefühle des Mädchens, man liest sich in die Streitigkeiten des Paares, man erlebt mit woran sie scheitern, die Entwicklung vom glücklich zum unglücklich sein.
Tja, falsch gedacht.

Der Autor macht auf 138 Seiten nichts anderes als Wörter und Song- als auch Filmzitate sinnlos aneinander zu reihen, nach Laune mit ein zwei schmucken Metaphern zu versehen, und das ganze mit ein paar Wörtern des deutschen Grundwortschatzes zu einem Satz zusammen zu packen. Es kommt einem vor, als ob Jan Drees das ganze ein paar tausend mal gemacht, alle Sätze in die Winmap Playlist eingetragen, auf “sort –> randomize list” geklickt, und anschließend die Liste gedruckt hat. Zeitliche Sprünge gibts zuhauf, die alle wirr aneinander gereiht sind. Man weiß oft nicht ob man im Jetzt in der Zukunft oder im Vergangenen liest. Diese Sprünge kombiniert mit dem eh schon wirren und nicht aussagekräftigem Schreibstil verunsichern einen als Leser. Statt anspruchsvoller Gedankengänge, oder lebhaften Diskussionen findet der Leser ein wirres hin und her an Gedankenbrei, zu jeglichen Themen, bis auf die Beziehung der beiden Hauptdarsteller selbst. Wortkarge Gespräche im Frage Antwort Stil runden das grauenhafte Bild ab.

Das ganze wird einem dann als Roman verkauft.

Warum ich das schreibe? Damit ihr ja nicht so einen Fehler macht, und 3€ oder sogar noch mehr, für dieses Buch ausgebt! Denn selbst die 3€ war es nicht Wert!